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Omar Sharif ist glutäugig

Monday, 9. November 2009

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In einem Interview berichtete Omar Sharif vor ein paar Jahren, er bemerke das Älterwerden daran, dass er die persönliche Grußzeile auf Autogrammen immer häufiger an Mütter oder gar Großmütter richten soll. Es stimmt, an den alten, immer schön gebliebenen Sharif denken, bedeutet sich an „Doktor Schiwago“ erinnern. David Leans Verfilmung des Boris-Pasternak-Romans von 1965 transportierte Sharifs Erfolg nach „Lawrence von Arabien“ endgültig auch in den letzten Winkel der Welt. Und mit ihm das Image des glutäugigen Frauenschwarms und romantischen Filmheldens. Auch seine Rolle in der gleichnamigen Verfilmung des Éric-Emmanuel Schmitts Roman “Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran” 2003 änderte daran nichts. 1969 wurde Omar Sharif mit einem BAMBI geehrt und neben dem Cesar 2004 und dem Publikumspreis beim Filmfestival in Venedig in gleichen Jahr, sollte das die einzige Auszeichnung im Werk des Schauspielers bleiben

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Zeit seines Lebens ärgerte sich der christlich erzogene Libanes, der in Ägypten aufwuchs und erst später zum Islam konvertierte, über diese Stigma: „Ich bin für alle Welt nur Dr. Schiwago!“, dabei spielte Sharif nach seinem Umzug 1962 nach Hollywood in Filmen wie “Funny Girl” mit Barbara Streisand, in “Schöne Isabella” an der Seite von Sophia Loren und 1973 beispielsweise Kapitän Nemo in Juan A. Bardems “Herrscher einer versunkenen Welt”. Neben der Schauspielerei entdeckte der 77-Jährige schon früh seine Liebe zum Spiel mit den Karten. Sharif gilt als Experte in Sachen Bridge und nahm an mehreren Olympiaden teil, heute spiele er nicht mehr aktiv, bekannte er vor ein paar Jahren in einem Interview.

Heute lebt Omar Sharif zurückgezogen in einem Hotel in Kairo, besucht mit alten Freunden Konzerte und Pferderennen und resümiert gegenüber der SZ: „Ich liebe gutes Essen. Ich liebe guten Wein, und im Sommer suchen wir uns immer ein Restaurant mit Terrasse. Es ist viel wichtiger, an einem schönen Platz draußen zu sitzen als drinnen im besten Lokal. Das ist mein Leben.“

Text > Julia Christian

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Author: julia

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